Ein weißes Blatt Papier – ein wenig gewellt, eine Ecke steht in die Höhe, ein Stift liegt daneben – Das Papier ist LEER, NICHTS ist darauf geschrieben…. noch nicht….

Kennst du das? Du hast eine Idee oder einen Auftrag, die oder den du zu Papier bringen möchtest.

In meinem Fall „Über die Stille in der Musik zu schreiben“.

Im Grunde genommen ist es paradox über die Stille schreiben zu wollen, es ist NICHTS hier…. LEERE…..

Musik und Stille, Chanten, Wien

Ich lehne mich zurück, den Stift in der Hand, meine Gedanken kreisen über das Wort Stille;
Im Hintergrund ist leise Musik zu hören und ich merke, wenn das Stück endet, der letzte Ton verhallt, wie ich dem nachhänge und es scheinbar wieder still wird. Aber dem ist nicht so, in mir ist ganz viel Bewegung und gleichzeitig Ruhe; die Gedanken sind nicht mehr. Ich kann mein Herz schlagen hören, mein Blut rauschen hören, in meinem Bauch gurgelt es…. UND ein Glücksgefühl, Zufriedenheit stellt sich ein; keine Absicht, kein Wollen, kein Müssen ist mehr da.

Ich liebe es mich irgendwo hinzusetzen und zu lauschen wann ein Geräusch, Klang, Stimme beginnt und wann es wieder endet. Ganz gleich welches – ob Vogelgezwitscher, das Rascheln vom Laub, der Wind der durch die Ritzen pfeift, ein vorbeifahrendes Auto oder eben Musik.
Für mich ist es meist so, dass sich das Ende nicht wahrnehmen lässt, sondern vielmehr von einem neuen Klang überlagert wird.
Aber vielleicht ist das bei dir ja auch ganz anders.

In jedem Fall ist es für mich immer so, dass ich in einen Zustand des Nicht-Wollens, in eine Absichtslosigkeit eintrete; ein Zustand in dem meine Gedanken zu rotieren aufhören; wo sich Geist, Gedanken und Verstand verbinden können und ich zur Ruhe komme und im Augenblick bin.

Stille ist für mich nicht die Abwesenheit von Geräuschen sondern frei von Absichten zu sein.